Hinweis: Diese Definitionen sind verkürzt und geben lediglich eine Orientierungshilfe. Sie haben keinen Anspruch auf eine Allgemeingültigkeit und können sich auch immer wieder verändern. Wenn du einen Änderungsvorschlag hast, schreibe gerne an secretariat@gendercc.net
Institutionelle DiskriminierungInstitutionelle Diskriminierung bezeichnet die dauerhafte Benachteiligung sozialer Gruppen in Form von Handlungen, Routinen, Äußerungen und/oder Unterlassungen in gesellschaftlichen Strukturen. Als solche gelten z.B. öffentliche Einrichtungen, zentrale Institutionen wie die Schule oder auch Gesetzestexte. Menschen oder soziale Gruppen, die von institutioneller Diskriminierung betroffen sind, werden systematisch auf dem Arbeits-, Bildungs- und/oder Wohnmarkt nicht berücksichtigt oder benachteiligt. Dies betrifft alle Formen der Diskriminierung entlang persönlicher Merkmale wie u.a. Ethnie, Geschlecht, sexuelle Orientierung oder religiöse Zugehörigkeit. | ||
inter*Eine geschlechtliche Identität zwischen den binären Geschlechtern von Mann / männlich und Frau / weiblich. Diese Person ist also mal weiblich, mal männlich und/oder beides gleichzeitig. Intergeschlechtliche (oder auch inter*) Menschen haben körperliche Geschlechtsmerkmale, die sich nicht als nur männlich oder nur weiblich einordnen lassen. Man spricht auch von angeborenen Variationen der körperlichen Geschlechtsmerkmale. Das betrifft zum Beispiel die Geschlechtsorgane, Hormonproduktion oder den Chromosomensatz, die Figur, Haarverteilung oder Muskelmasse. Intergeschlechtlichkeit kann schon bei der Geburt oder erst später sichtbar werden. | |
IntersektionalitätPolitischer und wissenschaftlicher Ansatz, bei dem mehrere Diskriminierungsformen wie Klasse, race oder gender zueinander ins Verhältnis gesetzt werden. Diskriminierung intersektional zu denken wird einer Lebensrealität gerecht, in der jede*r immer mehrfache Zugehörigkeiten empfindet oder von der Gesellschaft in verschiedenen sozialen Positionen verortet wird (nach Alter, Geschlecht, sexueller Orientierung, sexueller Identität, ›Behinderung‹, Herkunft, Religion, legalem und sozialem Status, Bildungsabschluss u.v.m.) und damit auch auf mehreren Ebenen diskriminiert werden kann. | ||
Kanak*innenIn der deutschen Sprache hat der Begriff verschiedene Bedeutungen und kann in unterschiedlichen Kontexten unterschiedlich interpretiert werden. Historisch gesehen wurde der Begriff im deutschen Sprachgebrauch oft als abwertende Bezeichnung für Menschen mit südeuropäischem oder außereuropäischem Hintergrund verwendet. Insbesondere wurde er manchmal rassistisch gegenüber Menschen aus dem Mittelmeerraum oder außereuropäischen Regionen gebraucht. Der Begriff wird aber auch zunehmen als bewusste Selbstbezeichnung verwendet. | ||
kapitalistisches WirtschaftssystemEin kapitalistisches Wirtschaftssystem ist eine ökonomische Struktur, bei der Produktionsmittel wie Fabriken und Unternehmen in privatem Besitz sind. Die wirtschaftlichen Aktivitäten werden hauptsächlich durch Angebot und Nachfrage auf einem freien Markt gesteuert. In diesem System streben Individuen und Unternehmen danach, ihre Gewinne zu maximieren. Der Wettbewerb zwischen ihnen beeinflusst die Preise, die Qualität und die Innovation von Gütern und Dienstleistungen. | ||
KlassismusDiskriminierung aufgrund der Zugehörigkeit zu einer Klasse, also der ökonomischen beziehungsweise sozialen Herkunft oder Position. | ||
Kurd*innenDas Volk der Kurd*innen umfasst je nach Schätzung 12 bis 25 Mio. Menschen (ca. 80 % Sunnit*innen, 20 % Schiit*innen) und ist in viele Gruppen und (z. T. feindliche) Stämme gespalten; es lebt als Minderheit in der Türkei, im Iran, im Irak, in Syrien und in einigen Staaten der Gemeinschaft unabhängiger Staaten (GUS). | ||
Landgrabbing(Deutsch „Landnahme“, von eng. to grab = schnappen, grabschen) und bezeichnete damit den Landerwerb durch internationale Agrarkonzerne, private Investoren und staatliche Akteure mittels langfristiger Pacht- oder Kaufverträge von großen Agrarflächen. Inzwischen wird der Begriff auch auf betroffene Flächen für den Bergbau, Tourismus oder auch die Forstwirtschaft angewendet. Die negative Konnotation des Begriffes ist auf die mit der Landnahme einhergehenden negativen Folgen für die Bewohner der betroffenen Flächen zurückzuführen. Oftmals kommt es zu der Zerstörung der Existenzgrundlage von Kleinbauern bei der Neuanlage von Plantagen, die häufig ohne eine Entschädigung erfolgt. Durch die niedrige Entlohnung von lokalen Arbeitern werden versprochene wirtschaftliche Anreize nicht geschaffen oder durch den Zuzug fremder Arbeiter die Arbeitslosigkeit der lokalen Bevölkerung sogar verstärkt. Darüber hinaus kommt es bei der Anlage von Monokulturen mit intensivem Pestizid- und Mineraldüngereinsatz zu einem starken und schädlichen Eingriff in die Umwelt. | ||
LeistungslogikLeistungslogik bezieht sich auf eine Denkweise oder einen Ansatz, der den Schwerpunkt auf die Bewertung von Ergebnissen und das Erreichen von Zielen legt. In einer leistungsorientierten Denkweise wird der Wert von Handlungen, Strategien oder Prozessen oft anhand ihrer quantifizierbaren Ergebnisse und ihrer Effizienz gemessen. Diese Art des Denkens kann in verschiedenen Bereichen wie Bildung, Wirtschaft oder anderen Organisationen auftreten und betont die Bedeutung von Produktivität, Effizienz und messbaren Erfolgen. | |